1965/66 wurde das Werk Wietersdorf um den Drehofen III erweitert. Der erste Ofen war mittlerweile knapp 30 Jahre alt und konnte auch bei weitem nicht mehr zeitgemäß ökonomisch betrieben werden. Die Kapazitätsgrenze des Werkes Wietersdorf war längst erreicht und so baute man nördlich der bestehenden Anlagen einen Ofen mit 1.000 Tonnen Tagesleistung Portlandzement-Klinker. (Die Jahresproduktion von 1913 konnte damit in einem halben Monat produziert werden). Das besondere an diesem Ofen war der Spezialbrenner, der es ermöglichte, mit Erdgas, Öl oder Kohlenstaub getrennt oder gemischt zu „fahren“. Ende der 80-er Jahre kamen sukzessive auch Ersatzbrennstoffe wie Altreifen, aufbereitete Kunststoffe etc. zum Einsatz. Der Ofen wurde auch äußerlich verändert (Überdachung) und dreht sich heute noch, wenn auch umgebaut und ergänzt mit weltweit modernsten Anlagenteilen. (Umstellung vom Halbnassverfahren auf Trockenverfahren mit fünfstufigen Zyklonvorwärmer und Kalzinator). Damit konnte der spezifische Energiebedarf nochmals deutlich reduziert werden.